Burgstraße

Aus Kempen-Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Header Burgstraße 2.jpg


200pxlinks Benannt nach der 1396 bis 1400 vom Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden hier errichteten Kurkölnischen Landesburg.


Erinnerungen an das Kreishaus.gif
Straßenkarte Burgstraße, 2014
Satellitenbild Burgstraße 09.jpg

Die Häuser:

Namensliste nach Adressbuch 1898 und 1937 Burgstraße

Luftbild Burgstraße mit Hohenzollernbad Kreishaus und Franziskanerkloster.jpg


Paradeweg zur Burg

Die Burgstraße war ursprünglich der Verbindungsweg der um 1400 fertig gestellten Kempener Burg mit der Innenstadt. Hier standen Ratsherren, Schützen und Bürger Spalier, um ihren Landesherrn, den Erzbischof von Köln, mit Salven und Böllern zu begrüßen, wenn der, vom Enger- oder Kuhtor kommend, zur Burg rollte. Während die Patrizier ihre Häuser um Markt und Kirche bauten, siedelten hier am Stadtrand Kleinbauern und kleine Handwerker.

Seine erste Aufwertung verdankt der schlichte Fahrweg der Gegenreformation. In Kempen dominierten vor 400 Jahren die Evangelischen. Um sie zur Rückkehr zum alten Glauben zu bewegen, errichteten Franziskanermönche von 1627 bis 1630 an der Ecke Tiefstraße/Burgstraße eine Art Missionszentrum: ein Kloster mit Garten. 1637 wird die Paterskirche fertig gestellt.

Aber bald schon setzen an den Klostergebäuden Abriss und Verfall ein, ein Feuer bringt weiteren Schaden. Im August 1745 weilt Kurfürst Clemens August in der Burg. Angesichts des desolaten Konvents bricht er in den Ausruf aus: „Oh, was ein wüstes Kloster, was eine wüste Kirch!“ Mit kurfürstlicher Hilfe wird bis 1748 das Gebäude erneuert und erweitert, und der berühmte Würzburger Architekt Balthasar Neumann liefert den Vorentwurf.

1802, nachdem der Niederrhein an Frankreich gekommen ist, vertreibt die säkulare Verwaltung die Mönche. 1804 zieht hier das städtische Gymnasium ein, dazu kommt 1840 ein staatliches Lehrerseminar. Das errichtet an der Burgstraße verschiedene Nebengebäude.

1879 ist die Burgstraße von Seminarbauten geprägt. Der düstere Bau einer 1863 errichteten Turnhalle, die lang gestreckte Umfassungsmauer der Seminargärten und ein Ökonomiegebäude verliehen der früh gepflasterten Auffahrt zur Burg den Charakter einer toten Nebenstrecke.

(Quelle: "Kempens Klosterviertel - eine Zeitreise von Hans Kaiser")


Bildergalerie: