Ellenstraße 7

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Annonce der Firma Trecker von 1925

Haus Trecker/Tendyck[Bearbeiten]

Jakob Trecker
Ellenstraße 7, 2013
Ellenstraße 7, 2013
1918: Ellenstraße 7, mit Kunstschmiede

Schon im Adressbuch von 1898 findet man den Eintrag Trecker, Jak., Kupferschl. Im Branchenteil findet man den Namen auch unter Klempner und unter Lampen und Lüstres. Jakob Trecker hat wahrscheinlich das Unternehmen gegründet. Das nebenstehende Foto entstand während eines Ausflugs der Straßengemeinschaft im Jahr 1913. Er starb offenbar deutlich vor 1925. Jedenfalls findet man da im Adressbuch nur noch die Wwe. Jakob Trecker und die Söhne Peter und Heinrich. Karl Hamm, selber Jahrgang 1913, schrieb über das Haus sinngemäß: "Zu Beginn des letzten Jahrhunderts war die älteste Bewohnerin des Hauses Oma Trecker, eine heilkundige Frau. Sie war Hilfe in vielen Krankheitsfällen. Im Haus Trecker wurde einst in geselliger Runde viel musiziert." Er hatte also Jakob Trecker schon nicht mehr bewusst erlebt.

Weiter schreibt Karl Hamm: "In meiner Jugend (Anm.: also um 1920/30, wann genau und bis wann??) war Jakobs Sohn Peter Trecker, Klempner und Installateur, Inhaber des Geschäftes. In der damaligen Josefstraße war der Eingang zur Werkstatt, in der oft das Schmiedefeuer brannte. An der Ecke Ellenstraße-Josefstraße war das Ladengeschäft, in dem viele Lampen zur Auswahl für den Käufer von der Decke herab hingen." So war es übrigens auch noch bis Ende der siebziger Jahre.

Peter Trecker, geb. 1888, starb im Februar 1966.[1] In erster Ehe war er verheiratet mit Luise Butzen (1890-1929), mit der er die beiden Kinder Heinz und Luise hatte. In zweiter Ehe war er verheiratet mit Gertrud Trecker, geb. 1891 als Gertrud Odinius, die am 7. Dezember 1963 im Alter von 72 Jahren starb.[2]

Peters einziger Sohn Heinz (*1919) ist 1945 im Krieg im Alter von 26 Jahren gefallen. Die Tochter Luise (1921-2006) heiratete Heinrich Tendyck und hatte mit ihm vier Kinder: Marie-Luise, Gisela, Irmgard und Heiner. Heinrich Tendyck (geb. 21.01.1918) machte in Elektrofach die Meisterprüfung, übernahm das Geschäft der Schwiegereltern und führte es bis 1979 weiter. Nachdem Familie Tendyck in einen Neubau am Heyerdrink gezogen waren, wurde das Haus an der Ellenstraße vermietet. Heinrich Tendyck starb am 7. Oktober 1987 im Alter von 69 Jahren.

Im Laufe der Jahre waren dort verschiedene Geschäfte. Ab 1980 betrieben die Eheleute Härtel ein Geschäft für Bad- und Sanitärausstattung. Sie nutzten auch die hinter dem Laden gelegene Werkstatt. Um 1982 war dort ein Jagdgeschäft von Jochem Rieken (Trachten, Kleidung, Jagd- und Sportwaffen) und später ............ ein Geschäft für Schmiedeeisen und Antiquitäten (Name? Hegmans?), ... und von 2005 bis April 2008 ein Kerzengeschäft mit dem Namen Kerzenlicht.[3] Seitdem fand man in dem Eckhaus das Modegeschäft B.Sonders der Eheleute Bürschkes, die Mitte 2015 das Geschäft aufgaben. Von Mitte August 2015 bis August 2017 betrieb Dorothee Zäske in dem Haus ihr Wollgeschäft, das sie drei Jahre zuvor in der Ellenstraße 37 eröffnet hatte. Anschließend zog Angelika Jarren mit ihrem Geschäft Elektra für Elektroartikel- und Zubehör von der fast benachbarten Ellenstraße 15 in das Ladenlokal in der Nummer 7.

Am 5.5.2017 berichtete die WZ im Altstadtgeflüster:

Woll-Art verabschiedet sich aus Kempen. Dorothee Zäske aus Vorst, die vor zwei jahren das Ladenlokal für „Wolle, Knöpfe und mehr“ an der Ellenstraße 7 bezogen hat, macht ein Jahr früher Schluss als ursprünglich geplant. Schluss ist deshalb, weil „ich aufhören und mich mehr um meine Gesundheit kümmern möchte und muss“. Woll-Art wird nicht weitergeführt. „Electra Jarren“, das bekannte Haushalts- und Elektrofachgeschäft, wird, sagt Zäske, im August von der Ellenstraße 15 in die freiwerdenden Räumlichkeiten in Hausnummer 7 ziehen. Dorothee Zäske, die für viele Kundinnen aus der Stadt und Umgebung ein Anlaufpunkt für dieses boomende Hobby war, ist „traurig. Ich habe das gern gemacht. Ich werde meine Kunden vermissen“. Bis in den Juni hinein wird sie noch im Laden sein – „solange noch Ware da ist“.[4]


Einträge in Kempener Adressbüchern:[Bearbeiten]

1898

  • Trecker, Jak., Kupferschl., im Branchenteil auch unter Klempner und unter Lampen und Lüstres
  • Voß, Heinr., Fabrikarb.

1912

  • Trecker, Jak., Klempnermstr. u. Installat.-Geschäft
  • Trecker, Joh., Kommis
  • Wynen, Wilh., Packer

1925

  • Trecker, Jak., Wwe., Klempnerei, Gewerbeverzeichnis: Gas- u. Wasserleitungsanlagen, Tel. 154
  • Trecker, J. & Söhne, Klempnerei, Installation, Licht- und Kraftanlagen, Tel. 154
  • Trecker, Peter u. Heinr., im Gewerbeverzeichnis: Fahrradhandlungen, Fahrrad- und Autoreparaturen

1930/31

  • Trecker, Peter, Elektr.-Meister
  • Trecker, J. & Söhne, Heizungsanlagen u. Elektro-Installationen, Tel. 154

1937

  • Trecker, Peter, Sanitäre und Elektroinstallationen, Beleuchtungskörper, Radio, Zentralheizungen

und unter Josefstraße 1b: 1925

  • Trecker, Peter, Elektriker
  • Trecker, Heinr., Installateur

1930/31

  • Trecker, Heinrich, Wwe.

1937

  • Trecker, Christine, Näherin
  • Trecker, Peter, Wwe., o.B.



Quellen


Stichpunkte/Fakten:
September 1953 Quittung von J. Trecker & Söhne, Inhaber Peter Trecker Quittung vom 12.12.56: J. Trecker & Söhne, Sanitäre Anlagen, Zentralheizungen, Elektrische Licht- und Kraftanlagen
1980 kamen Härtel in Straßengemeinschaft



Wörtlich aus den Erinnerungen von Karl Hamm:[Bearbeiten]

Die älteste Bewohnerin des Hauses war Oma Trecker, eine heilkundige Frau. Sie war Hilfe in vielen Krankheitsfällen. Ich ließ mir sagen, dass einst im Haus Trecker in geselliger Runde viel musiziert wurde. In meiner Jugend war Peter Trecker, Klempner und Installateur, Inhaber des Geschäftes. In der damaligen Josefstraße war der Eingang zur Werkstatt, in der oft das Schmiedefeuer brannte. An der Ecke Ellenstraße-Josefstraße war das Ladengeschäft, in dem viele Lampen zur Auswahl für den Käufer von der Decke herabhingen.
Der einzige Sohn ist im Krieg gefallen. Die Tochter Louise heiratete Heinrich Tendyck, der im Elektrofach die Meisterprüfung machte und den Betrieb weiterführte. Nachdem Familie Tendyck in einen Neubau am Heyerdrink gezogen waren, wurde das Haus Ellenstraße 7 vermietet.



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