Donkring 13

Aus Kempedia
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Donkring 13-15 war die Königsburg mit angeschlossenem Wohnhaus. Die Königsburg hatte den größten Saal in Kempen, der über 1000 Personen Platz bot. Daneben gab es noch den eigentlichen Schankraum, ein Vereinszimmer, eine Kegelbahn sowie einen großen Biergarten.Hier trafen sich viele Vereine zu ihren Versammlungen. Der große Biergarten mit vielen Freiluftveranstaltungen war der beliebte Treffpunkt Kempener Bürger. Nach Aufgabe des gastronomischen Betriebes Ende der 1950er, wurde der Saal als Lager für eine Polstermöbelfirma genutzt. Der Festsaal wurde am 29. März 1962 durch ein Großfeuer zerstört. Die Königsburg wurde danach abgerissen und durch Wohnungsneu-/umbauten (Donkring 13, 15 und 15a) ersetzt.

Königsburg mit Wohnteil links und Gastronomie rechts auf einem Gemälde von Hermann Kampemdonk


Eintrag der Königsburg in Adressbuch der Stadt Kempen 1930/31
Einträge in alten Adressbüchern

1937

  • Peters, Maria, Wwe., Rest. "Königsburg", Donkring 13/15, F. 462

1953

  • Mielke, Erna, Hausangest.
  • Peters, Heinrich, Schornsteinfegermstr.
  • Schroers, Johannes, Handelsvertr.
  • Thenen von, Cläre, o. B.
  • Peters, Hermann, Gaststätte „Königsburg", F. 2182

1959

  • Undorf, Wilh., Gaststätte Königsburg, F. 2182
Werbung 1929/30 in der Broschüre "Führer Kempen-Rhein"


Dieter Persson beschreibt die alte Königsburg sehr anschaulich in seinem Büchlein "Kempen - Ein Kind erzählt":

Auf dem Hessenring gegenüber von Fliegers Garten befand sich ein imposantes Gebäude, die Königsburg.
Groß und mächtig stellt sie die Front zur Straße dar. Der Eingang: bunt gefliest, zwei mächtige Flügeltüren (oberhalb verglast mit Milchscheiben) bilden das Entree. Unter dem Eingangsbogen spendet eine Kuppelleuchte die nötige Helligkeit, rechts und links vom Eingang hängen blecherne Bierreklamen der vertretenen Brauereien. Die einzige Stufe aus Beton ist schon sehr stark abgenutzt und zeigt etliche Risse und Blasen. Rechts hinter dem Eingang geht's zur Wirtsstube, dem Schankraum. Eine mächtige, dunkel gehaltene, wuchtige, aus Kernholz bestehende Theke ziert den Raum. Die umliegenden Wände halbhoch vertäfelt, schirmen die Bestuhlung ab. Der Fußboden, ein etwas abgetragenes Riegelparkett, bildet einen Kontrast zur geweißten Decke. Die Fensterhöhlen sehr groß, geben den Blick durch mehrfach gesproßte und unterteilte Fenster frei, oben runden leicht gewölbte Stöße das Bild ab. Links und rechts fallen Vorhänge aus grobem Leinen an Schabracken befestigt bis fast auf den Fußboden herab. Die Beleuchtung unterteilt sich in Wand- und Deckenleuchten. Große, hohe Doppelflügeltüren geben hinter dem Schankraum den Weg zum Vereinszimmer frei, welches in der Ausstattung sich fast in nichts vom Bewirtungszimmer unterscheidet. Ausnahme: ein großer, schwarzer Flügel bescherrscht dominant den Raum, dahinter ein sehr hoher und breiter Schaukasten mit den Emblemen der hier beherbergten Vereine. In einer Ecke ein schmiedeeiserner Fahnenhalter, geschmückt mit Wimpeln sowie Vereinsfahnen. Am Haupteingang weiter geradeaus, gelangt man auch in das eigentliche Herzstück der Königsburg, den Festsaal. Direkt in Blickrichtung schaut man auf die überdimensioniert mannshohe Bühne. Schwere Vorhänge schirmen den Blick auf die Kulissen hinter der Spielfläche ab. Längsseits im Zuschauerraum stehen lange Tisch- und Stuhlreihen, und verlangen eine seitliche Blickrichtung des Festsaalbenutzers. Direkt im Eingangsbereich befindet sich die zweite Theke, ein Holzfaß, mit Zapfhähnen versehen, bildet den Ausschank. Über dem Ganzen hängen an Ketten Pendelleuchten aus Weißglas. Seitlich vom Zuschauerraum, durch Türen und Bögen abgegrenzt, noch eine in Holz getäfelte Kegelbahn, oft zweckentfremdet als Vorbereitungs- und Umkleideraum. Ein Austritt zum Hof hin ist nur vom Saal möglich. Das ganze betreut die Wirtsfamilie Undorf. Zu jeder Zeit herrscht ein reger Betrieb. Was gibt es da nicht alles an Feiern! Vom Sängerwettstreit angefangen, Weihnachts- und Karnevalsveranstaltungen bis hin zu Familien- und Vereinsfesten. Ein "Kommen und Gehen", und im Hochsommer wird sogar der Hof mit einbezogen. Dann heißt es Gartenbestuhlung aufbauen, Kühltheken zurechtrücken, die mit Stangeneis gefüllt sind, Schirme aufgestellt, den Hof mit Wimpeln bestückt, und dann kann es losgehen. Gelegentlich spielt eine Kapelle auf, zum Bier und anderen Getränken wird dann der Musikpfennig fällig. Man trifft sich zum Tanztee oder zum Frühschoppen, manchmal auch zu Werbeveranstaltungen.
Meine Eltern erzählten oft von gelungenen Vergnügungen, mir blieben sie verwehrt, aus Altersgründen, aber wenn es möglich wurde nach den Veranstaltungen, schlich ich hinten vom Hof außen zum Festsaal heran, um durch die Scheiben einen Blick zu werfen ob ich noch etwas vom Vergangenen erspähen könnte. Was ich sah, waren leere Bierkästen, Kübel voll Papiertischtücher, Bierdeckel und die Bühne beherbergte abgebaute Kulissen. [1]

Königsburg gestern - heute, der linke Gebäudeteil entspricht im Wesentlichen trotz Umbau dem früheren Wohnhaus. Das große Eingangsportal ist umgebaut und einer Wohnnutzung zugeführt. Bild: Archiv Dr. H. Kaiser



  1. Persson, Dieter,Kempen - Ein Kind erzählt, Ende Fünfziger/Anfang sechziger Jahre - so war es, Krefeld, 1991