Ellenstraße 9

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Ellenstraße 9, 2013

Bauernhof Schmitz

An der Straße liegt das Wohnhaus des früheren Bauernhofes Schmitz, einer, der vielen früher innerhalb der Stadtmauern liegenden Bauernhöfe. Die Felder lagen außerhalb der Stadt, und man musste mit Pferd und Wagen durch die Straßen Kempens, um zu den Feldern zu gelangen. Auch das Vieh wurde aus der Stadt auf die Weiden vor der Stadt getrieben (Kuhstraße, Kuhtor). Hinter dem Wohnhaus von Schmitz erstreckten sich Hof, Stallungen und Scheune, Garten und Obstwiese bis hin zum Hessenwall. Dort standen früher auch immer Ackergeräte: Walze, Egge, Karren u. a.

Schon im Adressbuch von 1898 erscheint der Name Schmitz als Inhaber des Hofes. Die Familie Schmitz wohnte im Haupthaus zur Ellenstraße. Die zahlreichen weiteren Namen in alten Adressbüchern gehören zu Arbeitern, die in Räumen in der Scheune an der Josefstraße wohnten - "onger de Poort", wie man damals sagte.[1]

Am Hessenwall lag einst das Scheunentor. Auf den Hof gelangte man durch ein Tor an der früheren Josefstraße (jetzt Arnold-Janssen-Straße).[2] Es führte bis nach dem Zweiten Weltkrieg durch das Gebäude hindurch. Nach dem Krieg erwarb Franz Schmitz das Grundstück, auf dem das Haus der jüdischen Familie Ajacobi gestanden hatte von der Jewish Trust Company London und verlegte die Hofeinfahrt an das Ende des Stallungsgebäude auf das ehemalige jüdische Grundstück (heute Heilig-Geist-Straße). Die alte Toreinfahrt wurde zugemauert und in eine Stallung umgewandelt. Das alte Stallungsgebäude an der Seite zu Haffmanns hin war im Krieg zerstört worden. An der Hofseite des neuen Stallungsgebäudes wurde aus der alten Einfahrt ein Schuppen für den Traktor.

Franz Schmitz mit der üblichen Zigarre
Mechtilde Schmitz, geb. Jansen (*24.8.1923, †28.7.2009) am 4. Januar 1988 beim Geburtstag von Karl Hamm
Stammbaum Familie Schmitz

Bauern auf dem Hof waren Franz Joseph Schmitz, Johann Schmitz und zuletzt Franz Schmitz (*31.3.1910, †10.8.1985), der den Hof 1976 aufgab. In den Unterlagen der Straßengemeinschaft ist im Januar ein Sterbefall Wwe. Schmitz erwähnt. Das wird die Frau von Johann und Mutter von Franz gewesen sein. Franz Schmitz (Bild links, wie üblich mit Zigarre, hier auf einer Karnevalsfeier der Straßengemeinschaft) heiratete am 24.8.1949 Mechtilde Jansen (Bild links, *24.8.1923, †28.7.2009). Die beiden hatten zwei Söhne (Franz-Josef und Hans-Peter (*1958, †2001)) und vier Töchter (Annegret, Mechtild, Marie-Theres und Gertrud). Die älteste Tochter Annegret Schmitz-Verhaeg wohnt heute noch mit ihrem Mann Karl-Heinz Verhaeg und ihrer Familie im elterlichen Haus.


Einträge in alten Adressbüchern

1898

  • Hendricks, Theodor, Büreaugehülfe
  • Schmitz, Johann, Ackerer u. Bäcker

1912

  • Brangs, Wilh., Handlanger
  • Braun, Wilh., Rottenarb.
  • Schmitz, Joh., Landwirt

1925

  • Schmitz, Joh., Landwirt
  • Wollen, Wilh., Fabrikarb.

1930/31

  • Fleuren, Heinrich, Arbeiter
  • Hendricks, August, Ausschläger
  • Schmitz, Johann, Landwirt

1937

  • Schmitz, Franz, Landwirt
  • Schmitz, Anna, Bäuerin
  • Gerle, Dionys, Melker
  • Pelzer, Johann, Kaffeebrenner
  • Scheulen, Franz, Arbeiter
  • Thissen, Wilhelm, Arbeiter

1959

  • Schmitz, Franz, Landwirt, F. 504


Stichpunkte/Fakten:
Unterlagen Straßengem.:
21.1.55 Kranz Sterbefall Schmitz (Anna Schmitz, geb. Röskes, gest. 21.1.55)


Haus Ellenstraße 9 in der Denkmalliste



Zur Straßenliste Ellenstraße




  1. aus Erzählungen von Karl-Heinz Hermans
  2. aus den Erinnerungen von Karl Hamm


Wörtlich aus den Erinnerungen von Karl Hamm:

An der Straße liegt das Wohnhaus des früheren Bauernhofes Schmitz, eines der früher innerhalb der Stadtmauern liegenden Bauernhöfe. Die Felder lagen außerhalb der Stadt, und man musste mit Pferd und Wagen durch die Straßen Kempen auf die Felder fahren. Auch das Vieh wurde aus der Stadt auf die Weiden vor der Stadt getrieben (Kuhstraße, Kuhtor). Hinter dem Wohnhaus von Schmitz erstreckten sich Hof, Stallungen und Scheune bis zum Hessenwall. Dort standen früher auch immer Ackergeräte: Walze, Egge, Karren u. a.
Am Hessenwall lag auch das Scheunentor. An den Hof gelangte man durch ein Tor an der früheren Josefstraße (jetzt Arnold-Janssen-Straße). Bauern auf dem Hof waren Vitus Schmitz, Johannes Schmitz und zuletzt Franz Schmitz, der den Hof aufgab.