St. Töniser Straße 36
Ehemalige Provinzial-Taubstummenanstalt
Das Gebäude von 1841 wurde am 25. Mai 1993 in die Denkmalliste der Stadt Kempen eingetragen. Zur Begründung heißt es dort:
"Das Gebäude ist die ehemalige Taubstummenschule. Es ist zweigeschossig und 8-achsig in dunkelrotem Backstein ausgeführt, der Sockelbereich ist verputzt. Die 4 linken Achsen stellen das ursprüngliche Gebäude von 1841 dar. Die 3. Achse von links wird von einem leicht geschweiften Dreiecksgiebel bekrönt. Die rechten 4 Achsen sind im gleichen Stil 1910 angebaut worden, 2 Achsen werden von einem Stufengiebel bekrönt. Im Satteldach befinden sich neue Dachflächenfenster. Das Backsteingebäude erfährt seine Fassadengestaltung durch Ecklisenen im Obergeschoss und Kreissegmentbogen bzw. Friese im Giebel sowie einen Steinfries im Traufbereich. Im Obergeschoss werden die Fenster bis Kämpferhöhe von Friesen umfasst, wobei diese immer abwechselnd zwei Fenster koppeln und dann wieder ein einzelnes rahmen. Zu dem Gebäude gehört die ehemalige Turnhalle im hinteren Bereich des Grundstückes, ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert. Ursprünglich war sie 5-achsig erbaut, doch 1910 wurde sie rechts um 3 Achsen erweitert. Durch die Umnutzung als Mietwohnungen 1985 erfuhr das Gebäude an der Fassade nur geringe Veränderungen, die Dachflächenfenster und die bis auf Fensterhöhe zugemauerte Tür in der 3. Achse von rechts. An der Rückseite des Gebäudes wurden hölzerne Loggien angebaut. Das ursprüngliche 4-achsige Gebäude war vormals hinten und vorne symmetrische gestaltet. 1910 wurde hinten in die Dachfläche ein Dachfenster eingebaut. Das Innere hat sowohl 1910 als auch 1985 Veränderungen durch Trennwände erfahren. 1985 wurde im Dachgeschoss eine neue Balkendecke eingezogen und eine neue Treppe eingebaut."[1]
"... Im Schnitt waren 40 „Zöglinge" in dem Externat untergebracht. Alle Schüler wohnten, gegen eine Vergütung, bei Kempener Bürgern. Der Lehrkörper bestand aus dem Direktor und vier Lehrern."[2]
Eine Google.Suche nach "Taubstummenanstalt Kempen" bringt folgendes Ergebnis:
Die Provinzial-Taubstummenanstalt Kempen war eine Bildungseinrichtung der Rheinprovinz, die gehörlose Kinder unterrichtete. Die Schule befand sich an der St. Töniser Straße und wurde von Direktoren wie Hubert Jakobs geleitet. Heute erinnert unter anderem das historische Direktionsgebäude an die Anstalt, die tief in der Kempener Sozialgeschichte verwurzelt war.
Historischer Überblick
Lage: Die Anstalt und das Direktorwohnhaus waren an der St. Töniser Straße angesiedelt.Leitung: Bekannte Direktoren und Lehrer der Einrichtung im frühen 20. Jahrhundert waren Adolf Wennekamp und Hubert Jakobs.Quellen: Historische Quellen und Siegelmarken belegen den Betrieb dieser speziellen Provinzialanstalt.
Archivmaterial und Forschung
Spezifische Baupläne, Grundrisse und Dokumente zur "Provinzial-Taubstummenanstalt in Kempen" können im Archive NRW eingesehen werden. Die Einrichtung war eng mit der rheinischen Geschichte verbunden und spiegelt die Entwicklung der Gehörlosenpädagogik wider.
1912 und 1925 hatte das Haus noch die Nummer 16. Auch 1937 erscheint die Taubstummenanstalt im Adressbuch im öffentlichen Teil trotz einer inzwischen erfolgten Neu-Nummerierung der St. Töniser Straße noch unter der Nummer 16. 1925 erscheint der Name des Direktors der Taubstummenanstalt Adolf Wennekamp unter Nummer 16a. Einige Lehrer erscheinen 1937 auch unter der Nummer 19, andere auch unter anderen Nummern der St. Töniser Straße, praktischerweise also zumindest in der Nachbarschaft. Den späteren Direktor Georg Thiel findet man dann aber 1937 unter der Nummer 38; das könnte die vorherige Nr. 16a sein und zu einem Erweiterungsbau der Taubstummenanstalt gehören, die dann neben der 36 die Nummer 38 erhielt. Siehe hierzu auch die Gegenüberstellungen auf der Seite St. Töniser Straße.
1898 unter Nr. 5:
Kirfel, Joh. Hub., Direktor der Taubstummenanstalt
Danach damals Nr. 16
1937
Thiel, Georg Taubst.-Direktor
1953
|
1959
|
Quellen:
- ↑ Denkmalliste unter Wikipedia
- ↑ Storz, Andreas, Königreich Kempen ... von 197 bis heute, Tönisvorst, 2012, S. 223