An Sankt Marien

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Blick auf die Propsteikirche "St. Mariae Geburt" inmitten des Kirchplatzes, um 1957


Straßenschild An St Marien.jpg Der Kirchplatz ist die Keimzelle der Stadtwerdung Kempens. Seit der kommunalen Neugliederung im Jahre 1970 ist der Kirchplatz umbenannt in "An St. Marien". Denn einen Kirchplatz gibt es auch in Sankt Hubert.

In seiner Mitte erhebt sich die Propsteikirche, um 1200 gebaut; 1285 ersetzt durch einen größeren, romanischen Bau, von dem heute noch der Turm erhalten ist; im 15. Jh. teilweise erneuert in spätgotischem Stil. Aus dieser letzten Bauphase stammt das Kirchenschiff. Die Propsteikirche wurde als Pfarrkirche für die Landgemeinde Kempen auf dem Achsenkreuz zweier Landstraßen erbaut, die noch heute das Grundkreuz der Kempener Stadtstruktur bilden.

Um die Kirche herum erstreckt sich ein kreisförmiger Platz, die alte Immunität, die jahrhundertelang als Kirchhof benutzt wurde. An der Grenze der alten Immunität, der heutigen Straße "An St. Marien", entstand möglicherweise schon im frühen Mittelalter die erste Bebauung Kempens.

Heute zeugen von dieser frühen Phase noch einige Kellergewölbe der alten Gebäude. Urkundlich belegbar ist nur der Keller unter dem Haus An St. Marien 11/12, dessen Brunnen in der Verkaufsurkunde des Elternhauses des Thomas von Kempen aus dem Jahre 1402 Erwähnung findet. Das Elternhaus von Thomas Hemerken soll an Nr. 11 gestanden haben.

Zentral auf dem Kirchplatz beheimatet ist das Thomasdenkmal, gestaltet von dem Aachener Bildhauer, Lambert Piedboeu, ist es seit seiner Errichtung, 1901, Anziehungspunkt für viele Gläubige.


Die Häuser:



Satellitenbild Judenstr Kirchplatz 09.jpg Grundstücksplan An St. Marien, 2013


Auszüge aus den Adressbüchern Namensliste 1898 und 1937 Kirchplatz


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Bauliche Wesensmerkmale des Kirchplatzes

Der Kirchplatz erfährt seine historische Prägung durch den monumentalen Bau der Propsteikirche, die Kreisform des Kirchplatzes, die auf die mittelalterliche Funktion einer Immunität hinweist und die Parzellenstruktur sowie die geschlossene Bebauung der um den Kirchplatz herumführenden Straße "An St. Marien". Die Parzellenstruktur der ersten - mittelalterlichen - Bebauung des Kirchplatzes hat sich noch erhalten in den Gebäuden AnSt. Marien 4-7. Die Grundstücksbreiten betragen ca. 5 m. Die Zweigeschossigkeit dieser Häuser und die straßenparallel gesetzten Satteldächer bewirken eine gegenüber dem monumentalen Kirchenbau bescheidene und zurückhaltende Gestaltung der Bauvolumen. Ein solches dualistisches Verhältnis zwischen kirchlichem Monumentalbau und bürgerlicher Zurückhaltung ist ursprünglich am ganzen Kirchplatz anzunehmen, in späteren Jahrhunderten jedoch zugunsten von repräsentativen Gebäuden, wie z.B. der Burse oder auch einiger bürgerlicher Wohnbauten aufgegeben worden. Bei den Dachformen bleibt jedoch gleichwohl das straßenparallele Satteldach die Norm. Die Fassaden sind an den älteren Gebäuden (Pfarrkirche, Burse und sog. "Vatikänchen") mit einer ausgebildet und im ausgehenden 19. sowie im 20. Jh. vorwiegend in Ziegel und Klinker unter Einbeziehung von Betonelementen gehalten. Als prägend für den historischen Charakter des Kirchplatzes können nur die Putzfassaden und geschlämmte Ziegelfassaden gelten. Werbeanlagen bestehen auf dem Kirchplatz traditionell nuraus Beschriftungen, für die in den Putzfassaden jeweils mit Stuckprofilen umrandete Felder vorgesehen sind, die als optische Trennglieder zwischen EG und I. OG darüber hinaus eine Funktion in der Gesamtstruktur der Fassadenelemente haben.


Weitere Bilder vom Thomasdenkmal und Kirchplatz auf der Seite Min-Kempe.